Revell 3D-Drucker zeigt Code 104 – Temperaturproblem

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 27. Februar 2026 15:00

Wenn dein Revell 3D-Drucker mit Code 104 stoppt, geht es fast immer um die Temperaturregelung: Entweder wird die Temperatur falsch gemessen oder die Heizung schafft es nicht, die Temperatur so zu verändern, wie die Elektronik es erwartet. Entscheidend ist: Du musst zuerst herausfinden, ob das Problem am Hotend (Düse) oder am Heizbett sitzt und ob der Sensor plausible Werte liefert, bevor du an Einstellungen oder Bauteile tauschst. Bei vielen Druckern steht Code 104 sinngemäß für eine Auffälligkeit bei der Temperaturmessung (NTC/Thermistor) oder für ein Heizverhalten, das nicht zur Messung passt. 

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Was Code 104 praktisch bedeutet und warum der Drucker sofort abbricht

Temperatur ist beim 3D-Druck nicht „Komfort“, sondern Sicherheit. Der Drucker überwacht beim Aufheizen und während des Drucks, ob sich die gemessene Temperatur passend zur eingeschalteten Heizleistung verhält. Passt das nicht, wird abgebrochen, damit der Drucker nicht unkontrolliert weiterheizt oder mit falscher Temperatur weiterdruckt.

In der Praxis führen drei Muster besonders häufig zu Code 104:

  • Die Anzeige springt auf unrealistische Werte (sehr hoch, sehr niedrig oder wild schwankend), obwohl alles kalt ist.
  • Die Zieltemperatur wird nicht erreicht, obwohl die Heizung offensichtlich arbeitet.
  • Die Temperatur steigt kurz an, fällt dann plötzlich ab oder „zittert“ stark, bis der Drucker abschaltet.

Solche Fehler hängen selten an nur einem Punkt. Temperaturregelung ist ein kleines System aus Sensor (Thermistor/NTC), Heizung (Heizpatrone oder Heizbett), Kabeln/Steckern, Mainboard-Ausgang (MOSFET) und Firmware-Logik. Fällt irgendwo eine Verbindung aus, sieht das System „unplausibel“ aus und Code 104 kommt.

Sofort das Richtige tun, bevor du weiter testest

Bevor du irgendetwas drückst oder wieder startest, lohnt sich ein kurzer Sicherheitsrahmen. Bei Temperaturfehlern ist „noch einmal probieren“ manchmal genau das, was einen Wackelkontakt erst richtig warm werden lässt.

Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

  1. Druck abbrechen und den Drucker in Ruhe abkühlen lassen.
  2. Strom trennen (Netzschalter aus und Stecker ziehen), bevor du an Kabeln oder Steckern arbeitest.
  3. Erst danach Sichtprüfung und Tests.

Wenn du dabei einen verschmorten Geruch wahrnimmst, Stecker verfärbt sind oder ein Kabelmantel beschädigt wirkt, dann nicht weiter aufheizen, sondern zuerst die Ursache dort beheben.

Der wichtigste erste Check: Welche Temperatur zeigt der Drucker im kalten Zustand?

Schalte den Drucker ein, ohne zu heizen, und schaue auf die Temperaturanzeige(n). Idealerweise liegt die Düs- und Bett-Temperatur im Bereich der Raumtemperatur und verhält sich ruhig.

Diese Beobachtungen sind extrem aussagekräftig:

  • Anzeige ist sehr niedrig oder zeigt extremen Minuswert: Das passt oft zu einem unterbrochenen Sensor (Kabelbruch, Stecker ab, Thermistor defekt).
  • Anzeige ist sehr hoch, obwohl alles kalt ist: Das passt häufig zu Kurzschluss im Sensor (Kabel gequetscht, Thermistor beschädigt, Feuchtigkeit/Metallkontakt).
  • Anzeige springt bei leichtem Wackeln am Kabel: Das ist fast immer ein Kontaktproblem oder ein Kabelbruch an einer Biegestelle.

Viele Thermistorfehler zeigen sich genau so: Der Sensor liefert keinen stabilen Widerstand, und die Elektronik bekommt Werte, die nicht zur Realität passen. 

Hotend oder Heizbett: So findest du den betroffenen Bereich

Revell-Modelle unterscheiden sich, aber das Prinzip bleibt gleich: Code 104 kann sich auf die Düse, das Bett oder beides beziehen. Du kannst das meist über das Verhalten eingrenzen:

Anleitung
1Druck abbrechen und den Drucker in Ruhe abkühlen lassen.
2Strom trennen (Netzschalter aus und Stecker ziehen), bevor du an Kabeln oder Steckern arbeitest.
3Erst danach Sichtprüfung und Tests.

  • Kommt Code 104 schon beim Start des Aufheizens der Düse, liegt der Verdacht zuerst beim Hotend-Sensor oder der Hotend-Heizung.
  • Tritt es erst auf, wenn das Bett aufheizt, rückt das Bett (Thermistor, Bettkabel, Bett-MOSFET) nach vorn.
  • Passiert es mitten im Druck, obwohl der Start sauber war, ist ein Wackelkontakt in bewegten Kabeln (Hotend-Kabelbaum) besonders wahrscheinlich.

Ein hilfreicher Zwischenschritt ist ein kurzer, kontrollierter Heiztest: Düse nur auf 150 °C (kein Filament nötig), Bett nur auf 40–50 °C, jeweils einzeln. Wenn ein Teil schon dabei Code 104 triggert, hast du den Problemkreis.

Die häufigsten Ursachen für Code 104 am Revell 3D-Drucker

Thermistor/Temperaturfühler locker, beschädigt oder falsch positioniert

Der Thermistor steckt meist in einem kleinen Loch im Heizblock (Hotend) oder ist am Heizbett unter der Platte befestigt. Wenn er nicht mehr sauber sitzt, misst er „Luft“ statt Metall. Dann heizt der Block zwar, aber der Sensor sieht die Temperatur zu spät oder zu wenig. Umgekehrt kann ein gequetschter Thermistor falsch hohe Werte liefern.

Typisch ist hier: Die Temperatur steigt ungewöhnlich langsam, macht Sprünge oder fällt kurz ab, obwohl die Heizung nicht aus ist. In Foren wird bei Temperaturproblemen regelmäßig zuerst der Fühler oder dessen Kabel als Ursache genannt, weil genau dort häufig Wackler entstehen. 

Kabelbruch im Kabelbaum (besonders an bewegten Stellen)

Beim Drucken bewegt sich der Druckkopf ständig. Kabel werden tausende Male gebogen. Die häufigsten Bruchstellen sind direkt hinter dem Hotend, an Zugentlastungen, an scharfen Kanten und dort, wo Kabelbinder zu fest sitzen.

Ein klassisches Muster: Im Stillstand wirkt alles normal, beim ersten größeren Fahrweg kommt Code 104. Wenn du dann leicht am Kabel wackelst und die Temperaturanzeige springt, ist die Diagnose fast schon erledigt.

Stecker/Kontakte: halb drin, oxidiert oder warm geworden

Temperaturfehler sind oft Kontaktfehler. Ein Thermistor hat sehr kleine Messsignale. Schon ein schlechter Kontakt kann den Wert verfälschen. Bei Heizleitungen ist es ähnlich, nur dort kommt noch Wärmeentwicklung durch Übergangswiderstand dazu. Dann kann ein Stecker warm werden, sich minimal verformen und der Fehler kommt immer häufiger.

Achte auf:

  • Stecker sitzen nicht ganz gerade
  • Pins wirken dunkel oder angelaufen
  • Kabel lassen sich im Steckergehäuse bewegen
  • bei Heizleitungen: Verfärbungen oder „glänzende“ Stellen am Kunststoff

Heizpatrone/Heizelement hat Aussetzer oder bekommt zu wenig Leistung

Wenn die Heizung nicht liefert, was die Firmware erwartet, kann das ebenfalls als Temperaturproblem gewertet werden. Ursachen sind eine defekte Heizpatrone, ein Kabelbruch in der Heizleitung, ein schwacher Steckkontakt oder ein Board-Ausgang, der nicht sauber schaltet.

Bei „Heating failed“-ähnlichen Fehlern ist genau das ein Standardpfad: Der Drucker heizt, aber nicht schnell genug oder nicht stabil genug, also wird abgebrochen. 

Lüfter kühlt den Heizblock weg oder Luftstrom ist falsch

Gerade nach Umbauten oder Wartung kann der Bauteilkühler oder Hotend-Lüfter ungünstig blasen. Wenn der Luftstrom den Heizblock direkt trifft, kann der Block bei kleinen Heizleistungen die Temperatur kaum halten. Das wirkt dann wie „Heizung defekt“, ist aber ein Luftstromproblem.

Hinweise: Code 104 tritt vor allem bei hoher Lüfterdrehzahl auf oder sobald der Bauteillüfter nach den ersten Schichten anspringt.

Firmware/Profil: unplausible Zieltemperatur oder falsches Materialprofil

Manchmal ist das Problem simpel: Ein Profil setzt eine Temperatur, die das Setup nicht schafft, oder es springt zwischen zwei Temperaturen hin und her. Auch ein Temperatursprung mitten im Druck kann eine instabile Regelung sichtbar machen, die vorher nicht auffiel.

Wenn Code 104 erst bei einem bestimmten Slicer-Profil kommt, bei anderen Dateien aber nicht, lohnt ein Blick auf:

  • Zieltemperaturen für Düse und Bett
  • Temperaturwechsel per G-Code (z. B. in Skripten)
  • sehr niedrige Temperaturen, die Filament kaum fließen lassen (führt zu Stau und dann zu „komischen“ Temperaturverläufen durch fehlenden Materialfluss)

Vorgehen, das fast immer zur Ursache führt

Damit du nicht in zehn Richtungen gleichzeitig rennst, ist ein klarer Ablauf hilfreich. Du brauchst dafür keine Spezialausrüstung, nur Ruhe und sauberes Beobachten. Ein Multimeter ist später ein Bonus, aber nicht der erste Schritt.

1) Sichtprüfung ohne Demontage

Schau dir die offensichtlichen Dinge an:

  • Sitzt der Thermistor-Stecker fest am Druckkopf und am Mainboard?
  • Sind Kabel irgendwo gequetscht (z. B. am Gehäuse, an der Z-Achse, an Kabelketten)?
  • Gibt es Scheuerstellen am Kabelmantel?
  • Wirkt der Heizblock locker oder ist eine Schraube am Sensor sichtbar herausgerutscht?

Wenn du hier schon eine klare Auffälligkeit findest, behebe die erst, bevor du wieder heizt.

2) Kaltwert prüfen und Wackeltest

Jetzt kommt der Test, der in der Praxis am meisten bringt: Drucker an, nicht heizen, Temperaturwert beobachten. Dann ganz leicht am Kabelbaum in der Nähe des Hotends wackeln, ohne etwas zu reißen.

  • Springt der Wert, liegt der Fehler fast sicher in Kabel/Stecker/Sensor.
  • Bleibt der Wert stabil, ist das gut, aber noch kein Freispruch.

3) Kontrolliertes Aufheizen in Stufen

Starte danach einen Heiztest mit moderaten Temperaturen:

  • Düse auf 150 °C, warten, ob die Temperatur gleichmäßig steigt.
  • Düse auf 190–200 °C, erneut beobachten.
  • Bett auf 50 °C, dann 60 °C, sofern dein Modell das hat.

Wenn Code 104 sofort bei einem bestimmten Kanal kommt (nur Düse oder nur Bett), fokussierst du dort.

4) Sensor mechanisch prüfen und sauber fixieren

Wenn der Fehler am Hotend hängt, ist der Thermistor oft nur schlecht fixiert. Hier gilt: Sensor darf fest sitzen, aber nicht gequetscht werden. Zu fest angezogene Schrauben können den Sensor beschädigen oder das Kabel einklemmen.

Bei Bettthermistoren ist der Klassiker eine teilgelöste Befestigung oder ein Kabel, das unter Zug steht. Eine Zugentlastung, die die Bewegung des Betts auffängt, ist hier oft der Unterschied zwischen stabil und nervig.

5) Mit Multimeter prüfen, wenn du es hast

Wenn du ein Multimeter besitzt, kannst du Thermistoren sehr gut plausibilisieren. Bei vielen Druckern sind NTC-Thermistoren im Bereich 100 kΩ bei Raumtemperatur üblich, aber es gibt auch Varianten. Entscheidend ist weniger der exakte Wert als das Muster:

  • Unendlicher Widerstand / keine Anzeige: Sensorleitung unterbrochen. 
  • Nahe 0 Ω: Kurzschluss oder Sensor beschädigt.
  • Wert ändert sich nicht, wenn du den Sensor leicht erwärmst (z. B. mit der Hand): Sensor fehlerhaft oder Kontaktproblem. 

Beim Heizpatronen-Kreis ist die Messung ebenfalls möglich, aber dort geht es schnell in den Bereich, wo man sicher sein sollte, was man tut. Wenn du bei elektrischen Messungen unsicher bist, ist es klüger, den Punkt als Diagnose zu nutzen („Verdacht auf Heizung/Kabel“) und den Rest über Service abzusichern.

6) Nach der Reparatur: Stabilitätstest, nicht sofort ein langer Druck

Wenn du etwas geändert hast, starte nicht direkt einen 6-Stunden-Druck. Mach zuerst einen kurzen Heiz- und Halte-Test:

  • Düse auf Drucktemperatur, 5–10 Minuten halten, Temperaturverlauf beobachten.
  • Bett auf Temperatur, ebenfalls kurz halten.
  • Danach einen kleinen Testdruck, bei dem der Druckkopf viel fährt (damit Kabelbewegung getestet wird).

So merkst du früh, ob das Problem wirklich weg ist oder nur kurz verdeckt wurde.

Wenn Code 104 nur mitten im Druck kommt

Dieses Szenario ist besonders häufig, weil die Kabel dann in Bewegung sind und Lüfter plötzlich anspringen. Hier hilft eine klare Wenn-dann-Logik:

Wenn Code 104 immer dann kommt, wenn der Bauteillüfter hochdreht, dann prüfe zuerst, ob der Luftstrom den Heizblock trifft oder ob die Temperaturregelung knapp ist. Wenn der Fehler eher bei schnellen Bewegungen oder an bestimmten Stellen im Bauraum kommt, dann ist ein Kabelbruch oder ein Stecker, der bei Bewegung kurz öffnet, sehr wahrscheinlich. Wenn die Anzeige kurz „spinnt“ (Sprungwerte) und dann Fehler kommt, ist der Sensorpfad das Hauptthema, nicht die Heizung.

Typische Stolperfallen, die die Fehlersuche unnötig schwer machen

Manchmal liegt die Technik gar nicht so weit daneben, aber ein paar Dinge sorgen dafür, dass Code 104 wiederkommt:

  • Der Thermistor wurde beim Reinigen oder Düsenwechsel minimal herausgezogen und sitzt nicht mehr voll im Heizblock.
  • Kabelbinder wurden zu fest angezogen und haben eine Ader beschädigt.
  • Nach einem Umbau sitzt der Stecker zwar „drin“, aber nicht eingerastet.
  • Der Drucker steht in Zugluft oder direkt unter einem Ventilator, was das Heizverhalten sichtbar beeinflusst.
  • Ein Slicer-Profil setzt unrealistische Temperaturwechsel, die den Fehler triggert.

Hier lohnt es sich, nicht nur am Drucker zu denken, sondern auch am Ablauf: Was hat sich geändert, seit der Fehler auftaucht? Ein Düsenwechsel, ein Transport, ein Firmware-Update oder ein anderes Filament sind häufig der Wendepunkt.

Praxisbeispiel 1: Code 104 schon beim Aufheizen, Temperatur zeigt 260 °C bei kaltem Drucker

In so einem Fall ist die Messung unplausibel. Sehr oft steckt ein Kurzschluss am Thermistor oder eine gequetschte Leitung dahinter. Nach dem Abziehen und erneuten Einstecken des Thermistor-Steckers zeigt die Temperatur manchmal wieder normal, was auf Kontaktprobleme hindeutet. Bleibt der Wert hoch, ist der Sensor oder das Kabel meist defekt und sollte ersetzt oder fachgerecht geprüft werden.

Praxisbeispiel 2: Code 104 kommt nach 20 Minuten Druck, davor läuft alles sauber

Das passt hervorragend zu Kabelbewegung und Wärme. Erstens bewegen sich Kabel nach einiger Zeit in bestimmten Bahnen immer wieder, wodurch ein angeschlagener Draht irgendwann „auf“ geht. Zweitens können sich Stecker bei Wärme minimal ausdehnen, und ein ohnehin grenzwertiger Kontakt wird dann instabil. Hier bringt eine Sichtprüfung auf Scheuerstellen und eine echte Zugentlastung oft mehr als jede Einstellung.

Praxisbeispiel 3: Code 104 tritt nur bei einem bestimmten Filament-Profil auf

Wenn ein Profil sehr hohe Zieltemperaturen setzt oder starke Temperatursprünge enthält, kommt eine schwache Heizleistung oder ein falscher Luftstrom schneller ans Licht. In der Praxis hilft es, erst mit einer moderaten Temperatur zu testen und dann schrittweise zu erhöhen, bis der Fehler wieder auftaucht. So findest du die Schwelle, an der das System instabil wird, und kannst anschließend gezielt entscheiden: Luftstrom anpassen, Heizblock prüfen oder Sensor/Kabel erneuern.

Vorbeugung, damit Code 104 nicht zurückkommt

Temperaturfehler sind oft „wartungsnah“. Du kannst viel verhindern, ohne ständig zu schrauben.

  • Kabel so führen, dass sie nicht an Kanten reiben und nicht straff auf Zug stehen.
  • Nach Düsenwechsel oder Hotend-Arbeiten kurz prüfen, ob der Thermistor wirklich sitzt und der Stecker eingerastet ist.
  • Ab und zu einen kurzen Heiztest machen, bevor ein langer Druck startet, besonders nach Transport oder Umbau.
  • Lüfterkanal so ausrichten, dass der Heizblock nicht direkt im Kaltluftstrahl liegt.
  • Bei auffälligen Temperaturzacken nicht „wegignorieren“, sondern früh nachsehen, solange es nur sporadisch ist.

Gerade Thermistoren und ihre Kabel sind Verschleißteile. Das ist nicht schlimm, aber es ist sinnvoll, diesen Bereich als erstes zu prüfen, weil dort die meisten Temperaturfehler entstehen. 

Häufige Fragen zu Code 104 am Revell 3D-Drucker

Warum erscheint Code 104 schon beim Einschalten, ohne dass ich heize?

Dann ist die Temperaturmessung oft schon im Ruhezustand unplausibel, etwa durch einen Sensor- oder Kontaktfehler. Prüfe zuerst, ob die angezeigte Temperatur zur Raumtemperatur passt und ob sie beim leichten Bewegen am Kabel springt.

Kann ein Wackelkontakt wirklich einen Temperaturfehler auslösen?

Ja, weil Thermistoren sehr kleine Messsignale liefern und ein schlechter Kontakt die Werte sofort verfälschen kann. In der Praxis sind Stecker, gebrochene Adern an Biegestellen und schlecht fixierte Sensoren sehr häufige Auslöser. 

Ist Code 104 eher Thermistor oder eher Heizung?

Beides ist möglich, aber wenn die Temperaturanzeige offensichtlich unrealistische Werte zeigt, ist der Thermistorpfad wahrscheinlicher. Wenn die Anzeige plausibel bleibt, die Temperatur aber nicht steigt oder stark abfällt, rückt die Heizung und deren Versorgung stärker in den Fokus. 

Warum kommt der Fehler oft erst mitten im Druck?

Weil dann Kabel bewegt werden und Lüfter anspringen, was zwei typische Stressfaktoren sind. Ein angeschlagenes Kabel kann im Stillstand ok wirken und unter Bewegung aussetzen, und ein ungünstiger Luftstrom kann die Temperaturregelung erst unter Druck sichtbar destabilisieren.

Kann ein falsches Slicer-Profil Code 104 verursachen?

Indirekt ja, vor allem wenn das Profil sehr hohe Zieltemperaturen oder starke Sprünge setzt. Dann reicht ein kleiner Kontakt- oder Luftstromfehler, um das Heizverhalten „unplausibel“ zu machen und die Schutzlogik auszulösen.

Was sagt mir eine Temperaturanzeige von 0 °C oder extremen Minuswerten?

Das ist häufig ein Hinweis auf einen unterbrochenen Sensor oder eine abgezogene/defekte Leitung. Viele Systeme interpretieren das als offenes Signal und brechen aus Sicherheitsgründen ab.

Wie kann ich einen Thermistor grob prüfen, ohne Spezialwissen?

Wenn du ein Multimeter hast, kannst du den Widerstand prüfen: unendlicher Widerstand deutet auf Kabelbruch, sehr niedriger Widerstand auf Kurzschluss. Außerdem ist es auffällig, wenn sich der Wert beim Erwärmen mit der Hand gar nicht verändert. 

Ist es sinnvoll, weiterzudrucken, wenn der Fehler nur „manchmal“ kommt?

Besser nicht, weil Temperaturfehler die Grundlage für sauberen Druck und Sicherheit betreffen. Sporadische Fehler sind oft Vorboten eines Kabelbruchs oder eines Steckers, der sich weiter verschlechtert, bis der Drucker gar nicht mehr stabil heizen kann.

Kann ein Lüfter die Ursache sein, obwohl Sensor und Heizung ok sind?

Ja, besonders wenn der Luftstrom den Heizblock trifft oder der Bauteillüfter sehr früh sehr stark läuft. Dann kann die Heizung zwar funktionieren, aber die Regelung kämpft permanent und kann unter ungünstigen Bedingungen den Fehler triggern.

Was soll ich tun, wenn Stecker oder Kabel warm werden oder verschmort riechen?

Dann sofort stoppen und nicht weiter aufheizen, bis die Ursache behoben ist. Wärme an Steckern deutet auf Übergangswiderstand hin, was im schlimmsten Fall zu weiteren Schäden führen kann.

Wann ist Service die beste Option?

Wenn Code 104 trotz fest sitzender Stecker, sichtbarer Kabelprüfung und plausibler Temperaturwerte immer wieder reproduzierbar auftritt, ist eine fachliche Diagnose sinnvoll. Besonders bei Verdacht auf Mainboard-Ausgang oder inneren Defekt am Hotend spart Service meist Zeit und schützt vor Folgeschäden.

Zusammenfassung

Code 104 am Revell 3D-Drucker ist fast immer ein Temperaturproblem, das durch unplausible Messwerte oder ein Heizverhalten ausgelöst wird, das nicht zur Messung passt. Der schnellste Weg zur Lösung führt über die Einordnung, ob Düse oder Bett betroffen ist, über die Prüfung der Temperaturanzeige im kalten Zustand und über einen kurzen Heiztest in Stufen. Häufige Ursachen sind Thermistor/NTC, Kabelbrüche an Biegestellen, wackelige Stecker und seltener ein Problem an Heizung oder Luftstrom. 

Fazit

Wenn Code 104 auftaucht, lohnt sich ein systematischer Ansatz statt blindem Teiletausch: erst Werte plausibilisieren, dann Kabel und Stecker sichern, danach Sensorbefestigung und Heizverhalten prüfen. Viele Fälle sind am Ende ein Kontakt- oder Kabelthema, das sich mit sauberer Zugentlastung und einem stabilen Sitz des Thermistors dauerhaft beruhigen lässt. Bleibt der Fehler trotz klarer Checks bestehen, ist es sinnvoll, die Heizung und die Elektronik fachlich prüfen zu lassen, damit aus einem Temperaturproblem nicht ein dauerhafter Stillstand wird.


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