Überfährt ein Segway Navimow die Rasenkante, liegt die Ursache häufig in einer zu großzügig gesetzten virtuellen Begrenzung oder in einer unpassenden Kantenart. Prüfe zuerst in der Navimow-App, ob die Kartengrenze dem tatsächlichen Rasenverlauf folgt und ob der betroffene Abschnitt als überfahrbare Kante eingerichtet wurde. Neben Beeten oder ebenem Pflaster ist ein kleiner Überstand oft unkritisch, an Mauern, Teichen, Stufen und Böschungen muss dagegen ausreichend Abstand bleiben.
Beobachte vor einer Änderung genau, ob das Problem immer an derselben Stelle auftritt. Ein fester Problemabschnitt spricht eher für die Karte oder die örtliche Beschaffenheit. Weicht der Roboter an wechselnden Stellen deutlich von seiner Route ab, sollte zusätzlich die Positionsbestimmung geprüft werden.
Zuerst klären: Darf der Navimow die Kante überfahren?
Entscheidend ist die Bauform des Rasenrandes. Eine bündige Trennung zwischen Rasen und tragfähigem Pflaster kann so eingerichtet sein, dass der Mähroboter teilweise über den Rand fährt. Dadurch erreicht das Messer den Rasen näher an der Kante. Die Räder müssen dabei jedoch vollständig auf einer ebenen und belastbaren Fläche bleiben.
Anders sieht es bei einem erhöhten Bordstein, einer Mauer, einem Beet, losem Kies oder einem Geländeabbruch aus. Dort darf die Begrenzung nicht so liegen, dass Gehäuse oder Räder über den tatsächlichen Rasenrand hinausragen. Bedenke außerdem: Die in der Karte sichtbare Linie ist keine physische Barriere. Je nach Fahrtrichtung, Kurvenradius und Gerätegeometrie kann ein Teil des Navimow über die dargestellte Linie hinausragen.
- Bei bündigem Pflaster kann ein kontrolliertes Überfahren sinnvoll sein, sofern die Fläche eben, fest und breit genug ist.
- Bei erhöhten oder nicht befahrbaren Kanten muss die virtuelle Grenze innerhalb der sicheren Rasenfläche verlaufen.
- Vor Wasser, Treppen, steilen Böschungen und öffentlichen Wegen ist eine größere Sicherheitsreserve erforderlich.
- Schmale Rasenzungen und enge Kurven benötigen mehr Platz zum Wenden als eine gerade Kante.
Droht ein Absturz, Kontakt mit Wasser oder das Verlassen des Grundstücks, stoppe den Mähbetrieb bis zur Korrektur. Verlasse dich an solchen Stellen nicht allein auf die virtuelle Karte oder eine Hinderniserkennung.
Den fehlerhaften Kartenabschnitt eindeutig finden
Öffne die gespeicherte Mähkarte und vergleiche den auffälligen Rand mit der tatsächlichen Grundstückssituation. Die genaue Bezeichnung der Kartenfunktionen hängt von Navimow-Modell, App-Version und eingerichteter Begrenzungsart ab. Maßgeblich sind deshalb die Modellbezeichnung des Mähroboters, die installierte App-Version und die passende Kartenhilfe in der Navimow-App beziehungsweise im offiziellen Hilfebereich.
Gehe bei der Beobachtung nicht nur nach der Position des Gehäuses. Prüfe nacheinander, welches Bauteil die Kante überschreitet:
- Nur das Gehäuse ragt hinaus: An einer ebenen Pflasterkante kann das beabsichtigt sein. Neben Hindernissen fehlt möglicherweise seitlicher Abstand.
- Ein Rad verlässt den Rasen: Die Grenze liegt wahrscheinlich zu weit außen oder die befahrbare Randfläche ist zu schmal.
- Der Navimow schneidet eine Kurve: Der Bogen der Kartengrenze kann zu eng oder zu eckig angelegt sein.
- Das gesamte Gerät weicht vom Rand ab: Neben einem Kartenfehler kommt eine ungenaue Positionsbestimmung infrage.
Markiere den Ort vorübergehend mit einem gut sichtbaren Gegenstand außerhalb des Fahrbereichs oder orientiere dich an einem festen Merkmal wie einer Pflasterfuge. So bearbeitest du später tatsächlich den betroffenen Abschnitt und verschiebst nicht versehentlich einen benachbarten Teil der Karte.
Virtuelle Begrenzung in der richtigen Reihenfolge korrigieren
Bearbeite zunächst nur den auffälligen Randabschnitt. Eine vollständige Neuerstellung der Karte ist unnötig, solange der Segway Navimow den übrigen Bereich zuverlässig mäht. Sichere vorhandene Einstellungen nach Möglichkeit und notiere besondere Zonen, bevor du umfangreiche Änderungen vornimmst.
- Mähvorgang beenden: Halte den Navimow sicher an und öffne die Kartenbearbeitung erst, wenn sich das Gerät nicht mehr im regulären Mähbetrieb befindet.
- Begrenzungsart kontrollieren: Prüfe, ob der Abschnitt als normaler Sicherheitsrand oder als überfahrbare Kante angelegt ist. Nutze eine Überfahrfunktion ausschließlich dort, wo außerhalb des Rasens eine ausreichend breite, ebene und tragfähige Fläche liegt.
- Linie nach innen versetzen: Verschiebe die virtuelle Grenze am Problemort schrittweise in Richtung Rasen. Plane genug Reserve für Gehäusebreite, Kurvenfahrt und mögliche Positionsabweichungen ein, statt die Linie exakt an einen gefährlichen Abbruch zu legen.
- Kurven glätten: Ersetze abrupte Richtungswechsel durch einen weiteren, gleichmäßigen Bogen. Das verringert die Gefahr, dass der Roboter beim Drehen mit einem Rad außerhalb der sicheren Fläche landet.
- Korrektur speichern: Kontrolliere nach dem Speichern, ob die App die geänderte Grenze weiterhin lückenlos darstellt und keine unerwünschte Ausbuchtung entstanden ist.
- Test unter Aufsicht: Lass den Navimow den Abschnitt bei trockenem Boden langsam abfahren. Beobachte sowohl die Hin- als auch die Rückrichtung, weil sich der Überstand bei unterschiedlichem Anfahrwinkel ändern kann.
Die Änderung ist erfolgreich, wenn beide Antriebsräder auf tragfähigem Untergrund bleiben, das Gehäuse keine Hindernisse berührt und der Roboter ohne Rangierfolge in die Mähfläche zurückkehrt. Reicht eine kleine Verschiebung nicht aus, vergrößere den Abstand erneut, anstatt mehrere riskante Testfahrten mit derselben Linie zu wiederholen.
Ausschlusszonen für einzelne Gefahrenstellen einsetzen
Nicht jede problematische Stelle lässt sich sinnvoll über den äußeren Kartenrand lösen. Befindet sich ein Baumbeet, Teich, Spielgerät oder anderes dauerhaft zu meidendes Objekt innerhalb der Mähfläche, ist je nach Einrichtung eine Sperr- beziehungsweise Ausschlusszone geeigneter. Sie hält den Navimow aus einem begrenzten Innenbereich fern, ohne den restlichen Rasen abzuschneiden.
Die Zone sollte nicht nur das sichtbare Hindernis umfassen. Berücksichtige hervorstehende Füße, niedrige Einfassungen, Wurzeln und den Platz, den der Mähroboter zum Drehen benötigt. Bei einem Teich oder Geländeabbruch ist zusätzlich eine feste bauliche Sicherung sinnvoll. Eine virtuelle Sperrzone kann durch eine fehlerhafte Karte, veränderte Umgebung oder ungenaue Positionierung beeinträchtigt werden und ersetzt keine absturzsichere Einfassung.
Bleibt die Kartenlinie korrekt, folgt die Gegenprobe
Liegt die virtuelle Begrenzung sichtbar innerhalb der sicheren Fläche und fährt der Segway Navimow trotzdem deutlich darüber, prüfe das Muster der Abweichung. Dieser Vergleich trennt einen lokalen Kartenfehler von einem allgemeineren Positions- oder Fahrproblem.
- Immer dieselbe Stelle: Prüfe dort Unebenheiten, abgesackte Rasenkanten, Löcher, nasses Gefälle, lockeren Untergrund und enge Kurven. Ein Rad kann abrutschen oder durchdrehen, obwohl die geplante Fahrspur richtig aussieht.
- Mehrere Stellen auf derselben Kartenseite: Kontrolliere, ob sich die Umgebung seit der Kartenerstellung verändert hat und ob die betroffene Grenze sauber gespeichert ist.
- Wechselnde Stellen ohne erkennbares Muster: Starte Roboter und App auf normalem Weg neu, prüfe verfügbare Firmware- und App-Updates und beachte Statusmeldungen zur Ortung.
- Abweichung erst nach einer Kartenänderung: Mache die letzte Änderung rückgängig oder setze den Abschnitt mit größerem Sicherheitsabstand neu.
- Räder drehen durch oder rutschen seitlich: Unterbrich den Test. Verbessere zuerst den Untergrund oder sperre die Stelle aus; eine Kartenverschiebung allein beseitigt fehlende Traktion nicht.
Reinige verschmutzte Räder nur bei ausgeschaltetem Gerät und nach den Pflegehinweisen für dein Navimow-Modell. Entferne Gras und Erde mit einem geeigneten weichen Hilfsmittel. Verwende kein Wasser oder Werkzeug an Bereichen, für die der Hersteller dies nicht ausdrücklich vorsieht.
Wann eine neue Karte sinnvoll ist
Eine komplette Neuerstellung ist der letzte Schritt. Sie kommt infrage, wenn größere Teile der Begrenzung verschoben erscheinen, sich die Rasenanlage wesentlich verändert hat oder mehrere Einzelkorrekturen eine unübersichtliche Linienführung erzeugt haben. Vorher solltest du sicherstellen, dass nicht lediglich eine einzelne Kante falsch eingestellt ist.
Plane beim neuen Einlernen zuerst die sicherheitskritischen Bereiche. An Teichen, Stufen und steilen Rändern bleibt die Route deutlich innerhalb der befahrbaren Fläche. Bündige Pflasterkanten können anschließend gesondert und nur dann enger eingerichtet werden, wenn der Navimow dort stabil fahren kann. Teste die neu erstellte Karte zunächst unter Aufsicht und bei trockenen, gut sichtbaren Bedingungen.