Schaltet der FI-Schalter beim Benutzen einer Außensteckdose ab, fließt wahrscheinlich ein Fehlerstrom über Feuchtigkeit, ein beschädigtes angeschlossenes Gerät oder eine fehlerhafte Installation. Ziehe zuerst alle erreichbaren Geräte und Verlängerungsleitungen ab, ohne nasse Teile zu berühren, und versuche erst dann, den FI wieder einzuschalten. Bleibt er aus oder fällt er erneut, darf die Außensteckdose nicht weiter benutzt werden.
Zuerst Stromschlag und Folgeschäden vermeiden
Ein FI-Schalter, fachlich Fehlerstrom-Schutzeinrichtung oder RCD, trennt den Stromkreis, wenn ein Teil des Stroms einen unerwünschten Weg nimmt. Im Außenbereich können Wasser, beschädigte Leitungen und verschmutzte Kontakte einen solchen Fehler begünstigen. Das Abschalten ist daher kein Defekt, den Du durch wiederholtes Einschalten übergehen solltest.
- Berühre keine nasse Steckdose, keinen feuchten Stecker und keine Leitung, die im Wasser liegt.
- Schalte den betroffenen Stromkreis am Leitungsschutzschalter aus, sofern die Zuordnung eindeutig ist und Du den Verteiler gefahrlos bedienen kannst.
- Bei Brandgeruch, Verfärbungen, Wärme, Knistern oder sichtbaren Schmorspuren bleibt der Stromkreis abgeschaltet.
- Öffne weder die Außensteckdose noch den Verteiler. Arbeiten an festen elektrischen Anlagen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.
Ist Wasser in ein Gehäuse eingedrungen, reicht oberflächliches Abwischen nicht als Freigabe. Im Inneren kann weiterhin Feuchtigkeit vorhanden sein. Auch ein FI, der sich später wieder einschalten lässt, beweist nicht, dass die Installation sicher ist.
Die Ursache mit einer sicheren Trennprobe eingrenzen
Die aussagekräftigste Prüfung besteht darin, sämtliche steckbaren Verbraucher vom betroffenen Außenanschluss zu trennen. Dazu gehören nicht nur das direkt angeschlossene Gerät, sondern auch Mehrfachsteckdosen, Kabeltrommeln, Zeitschaltuhren, Netzteile, Gartenbeleuchtung und Verlängerungsleitungen.
- Schalte die angeschlossenen Geräte aus und ziehe ihre Stecker nur ab, wenn Stecker und Umgebung trocken und gefahrlos erreichbar sind.
- Kontrolliere Stecker, Kupplungen und Kabel von außen auf Wasser, Risse, Quetschungen, blanke Stellen, Verfärbungen und verschmutzte Kontakte.
- Lass verdächtige oder feuchte Komponenten außer Betrieb. Verwende keine Heißluftpistole und lege elektrische Teile nicht auf eine Heizung.
- Setze den FI nach dem vollständigen Abstecken einmal zurück. Je nach Bauart muss sein Hebel zunächst vollständig in die Aus-Stellung und danach in die Ein-Stellung bewegt werden.
- Beobachte das Ergebnis, ohne ein Gerät wieder anzuschließen.
Lässt sich der FI nun einschalten und bleibt eingeschaltet, liegt der Fehler eher bei einem abgezogenen Gerät, einer Verlängerungsleitung oder deren Steckverbindung. Fällt er ohne angeschlossene Verbraucher erneut, kommen die Außensteckdose, ihre Zuleitung oder eine andere fest angeschlossene Komponente desselben geschützten Stromkreises infrage. In diesem Fall bleibt der Stromkreis aus, bis eine Elektrofachkraft ihn geprüft hat.
Versorgt derselbe FI mehrere Räume oder Außenanschlüsse, muss der Fehler nicht zwingend in der auffälligen Steckdose liegen. Fällt der FI auch bei ausgeschaltetem zugeordnetem Leitungsschutzschalter oder ist die Stromkreiszuordnung unklar, solltest Du keine weiteren Schaltversuche unternehmen.
Feuchtigkeit, Deckel und Gehäuse richtig beurteilen
Regen allein erklärt die Auslösung nicht automatisch. Eine geeignete, unbeschädigte Außensteckdose muss in ihrer vorgesehenen Einbaulage Schutz gegen die am Montageort zu erwartende Feuchtigkeit bieten. Kritisch werden ein nicht schließender Deckel, eine beschädigte Dichtung, ein gerissenes Gehäuse, lockerer Sitz oder Wasser, das entlang einer Leitung beziehungsweise aus der Wand in das Gehäuse gelangt.
Prüfe ausschließlich von außen und bei abgeschaltetem Stromkreis:
- Schließt der Schutzdeckel vollständig, oder halten Schmutz, ein verbogenes Scharnier oder ein eingeklemmtes Kabel ihn offen?
- Sind Deckel, Gehäuse und sichtbare Dichtungsbereiche rissig, spröde oder verformt?
- Sitzen Steckdose und Abdeckung fest an der Wand, ohne sichtbaren Spalt?
- Gibt es Wassertropfen, Kondensat, Grünspan, Rostspuren oder dunkle Verfärbungen?
- Hängt eine Steckkupplung auf dem Boden oder in einer Mulde, in der sich Regenwasser sammeln kann?
Ein Schutzdeckel schützt vor allem eine unbenutzte Steckdose. Bei eingestecktem Stecker hängt der Wetterschutz von der gesamten Kombination aus Steckdose, Stecker, Gehäuseform und Einbausituation ab. Der Deckel darf nicht gewaltsam auf ein Kabel gedrückt werden. Beschädigte Gehäuse oder Dichtungen werden nicht mit Klebeband oder Dichtmasse notdürftig repariert, sondern fachgerecht ersetzt.
Angeschlossene Geräte einzeln als Auslöser prüfen
Bleibt der FI ohne Verbraucher eingeschaltet, darf nur ein äußerlich unbeschädigtes und vollständig trockenes Gerät nach dem anderen geprüft werden. Beginne nicht mit der verdächtigsten nassen Komponente, sondern mit einem Gerät, das trocken gelagert wurde und für den vorgesehenen Außeneinsatz geeignet ist.
Fällt der FI unmittelbar nach dem Einstecken oder Einschalten eines bestimmten Geräts, trenne dieses Gerät wieder vom Netz und kennzeichne es als nicht verwendbar. Ein zweiter Versuch an einer anderen Steckdose ist keine sichere Gegenprobe: Ein vorhandener Isolationsfehler könnte auch dort den Schutzschalter auslösen oder eine Gefahr verursachen. Das Gerät beziehungsweise seine Anschlussleitung muss geprüft oder ersetzt werden.
Bleibt jedes Gerät einzeln in Betrieb, fällt der FI aber bei mehreren gleichzeitig angeschlossenen Verbrauchern, ist eine einfache Überlastung nicht die naheliegendste Erklärung. Überlast und Kurzschluss lösen normalerweise den Leitungsschutzschalter aus; der FI reagiert auf einen Differenzstrom. Mehrere Geräte können jedoch jeweils kleine Ableitströme beitragen, die sich summieren. Eine Elektrofachkraft kann mit geeigneten Messgeräten unterscheiden, ob ein einzelner Isolationsfehler, eine Summenwirkung oder ein Installationsfehler vorliegt.
Was der Zeitpunkt der Auslösung verrät
Der genaue Moment grenzt die Fehlersuche stärker ein als wiederholtes Zurücksetzen. Notiere, ob der FI bei trockenem Wetter, erst nach Regen, beim Einstecken oder erst beim Einschalten eines Verbrauchers fällt.
- Direkt beim Einstecken: Möglich sind Feuchtigkeit oder ein Fehler in Stecker, Anschlussleitung, Netzfilter oder Steckverbindung.
- Erst beim Einschalten: Der Fehler kann in einem Bauteil liegen, das erst im Betrieb mit Spannung versorgt wird, etwa Motor, Heizung oder Netzteil.
- Nach Regen oder bei hoher Nässe: Das spricht für eindringende Feuchtigkeit an Steckdose, Kupplung, Leitung oder Außengerät. Es ist kein Grund, den Anschluss nach dem Trocknen ungeprüft dauerhaft weiterzuverwenden.
- Nach einiger Betriebszeit: Wärme, Bewegung, Kondensation oder ein belastungsabhängiger Isolationsfehler können eine Rolle spielen.
- Ohne angeschlossenes Gerät: Die feste Installation oder ein anderer Verbraucher am selben FI-Stromkreis muss untersucht werden.
Wo die sichere Eigenprüfung endet
Eine Elektrofachkraft ist erforderlich, wenn der FI ohne eingesteckte Geräte auslöst, Feuchtigkeit im Gehäuse sichtbar ist, der Deckel oder die Steckdose beschädigt ist oder die Auslösung wiederkehrt. Gleiches gilt bei unklarer Stromkreiszuordnung, lockeren Teilen, ungewöhnlicher Erwärmung und sämtlichen Brandspuren.
Für die Prüfung sind besonders drei Angaben hilfreich: der Zeitpunkt der Auslösung, die Wetterlage und das zuletzt angeschlossene Gerät. Die Fachkraft kann anschließend unter anderem Isolationswiderstand, Schutzleiter, Zuleitung, Anschlussstellen und die Funktion der Schutzeinrichtung messen. Solche Messungen lassen sich weder durch einen Phasenprüfer noch durch eine reine Sichtkontrolle ersetzen.
Bis zur Klärung bleibt die betroffene Außensteckdose außer Betrieb. Ein trockener Tag, ein eingerasteter FI oder ein vorübergehend funktionierendes Gerät sind keine ausreichende Bestätigung, dass ein zuvor aufgetretener Fehlerstrom verschwunden ist.