Fällt eine Steckdosenleiste plötzlich vollständig aus, liegt die Ursache häufig an der Wandsteckdose, am beleuchteten Netzschalter oder an einem ausgelösten Überlastschutz. Ziehe zuerst alle angeschlossenen Geräte ab und prüfe die Wandsteckdose mit einem anderen, sicher funktionierenden Gerät. Riecht die Leiste verschmort, ist sie ungewöhnlich warm oder sind Verfärbungen sichtbar, darfst du sie nicht weiter benutzen.
Erst klären: Fehlt der Strom an der Leiste oder schon an der Wand?
Eine ausgefallene Wandsteckdose lässt eine intakte Mehrfachsteckdose wie defekt erscheinen. Trenne die Steckdosenleiste vom Netz und schließe an derselben Wandsteckdose ein bekannt funktionierendes Gerät mit geringer Leistung an, beispielsweise eine Tischleuchte. Verwende dafür kein Gerät, dessen eigener Zustand unklar ist.
- Das Testgerät bleibt ebenfalls aus: Prüfe im Sicherungskasten, ob ein Sicherungsautomat oder der Fehlerstrom-Schutzschalter ausgelöst hat. Lässt sich ein Schalter nicht einschalten oder springt er erneut heraus, ziehe die angeschlossenen Geräte in dem betroffenen Bereich ab. Tritt der Fehler weiterhin auf, ist eine Elektrofachkraft erforderlich.
- Das Testgerät funktioniert: Die Wandsteckdose liefert Strom. Die Fehlersuche kann an der Steckdosenleiste fortgesetzt werden.
- Die Steckdose sitzt locker, knistert oder zeigt Verfärbungen: Benutze sie nicht mehr und lasse sie fachgerecht prüfen. Öffne weder die Wandsteckdose noch die Steckdosenleiste.
Bei einem Stromausfall in mehreren Räumen solltest du nicht wiederholt Sicherungen einschalten. Ein erneut auslösender Schutzschalter weist auf einen Fehler oder eine Überlastung im betroffenen Stromkreis hin.
Die Steckdosenleiste ohne angeschlossene Verbraucher testen
Ist die Wandsteckdose in Ordnung, bleibt die Leiste zunächst vollständig leer. Stecke sie ein und betätige ihren Netzschalter einmal aus und wieder ein. Bei Modellen mit Kontrollleuchte sollte diese nun leuchten. Eine dunkle Kontrollleuchte beweist den Defekt allerdings nicht sicher, weil auch nur das Leuchtelement im Schalter ausgefallen sein kann.
- Ziehe sämtliche Netzteile und Geräte aus der Leiste.
- Kontrolliere Kabel, Stecker, Gehäuse und Schalter auf Risse, Quetschungen, Schmelzspuren und Verfärbungen.
- Stecke die leere Leiste direkt in die geprüfte Wandsteckdose. Verwende keine weitere Verlängerung dazwischen.
- Schalte die Leiste ein und schließe nur ein bekannt funktionierendes Gerät mit geringer Leistung an.
- Teste dieses Gerät nacheinander an den einzelnen Buchsen, ohne dabei Kontakte zu berühren oder Gegenstände in die Öffnungen einzuführen.
Funktioniert das Testgerät an keiner Buchse, obwohl die Wandsteckdose Strom liefert, ist die Steckdosenleiste wahrscheinlich intern unterbrochen. Mögliche Stellen sind der Schalter, die Zuleitung oder eine interne Schutzkomponente. Eine vergossene oder verschraubte Haushaltsleiste solltest du nicht selbst öffnen; der Austausch ist die sichere Lösung.
Überlastschutz und rückstellbare Sicherung erkennen
Einige Steckdosenleisten besitzen neben dem Netzschalter einen rückstellbaren Überlastschutz. Er kann nach zu hoher Belastung oder starker Erwärmung abschalten. Ob und wie er zurückgesetzt wird, hängt vom Modell ab. Erkennbar ist eine solche Funktion häufig an einer separaten Taste mit einer Beschriftung wie „Reset“ oder „Circuit Breaker“.
Trenne in diesem Fall alle Geräte, ziehe den Netzstecker und lasse die Leiste vollständig abkühlen. Betätige die Rückstelltaste erst danach entsprechend der Beschriftung beziehungsweise der Bedienungsanleitung. Nimmt die Leiste den Betrieb wieder auf, schließe die Verbraucher einzeln an. Fällt sie bei einem bestimmten Gerät erneut aus, darf dieses Gerät nicht weiter über die Leiste betrieben werden, bis seine Leistungsaufnahme und sein Zustand geprüft sind.
Geräte mit hoher Heizleistung können eine Mehrfachsteckdose stark belasten. Dazu gehören je nach Ausführung etwa Heizlüfter, Wasserkocher, Kochplatten und ähnliche Verbraucher. Maßgeblich sind die zulässige Gesamtleistung auf dem Typenschild der Leiste und die Leistungsangaben aller gleichzeitig angeschlossenen Geräte. Die Werte dürfen nicht einfach pro Buchse angesetzt werden: Die angegebene Belastungsgrenze gilt gewöhnlich für die gesamte Steckdosenleiste.
Was Kontrollleuchten beim Überspannungsschutz bedeuten
Bei einer Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz können mehrere Anzeigen vorhanden sein. Eine Leuchte kann den eingeschalteten Zustand anzeigen, eine andere die Verfügbarkeit der Schutzfunktion. Die Bedeutung der Farben ist nicht einheitlich und darf nicht allein aus Rot oder Grün abgeleitet werden.
Leuchten die angeschlossenen Geräte noch, während die Schutzanzeige aus bleibt oder einen Fehler signalisiert, kann die Stromversorgung weiterhin funktionieren, obwohl der Überspannungsschutz nicht mehr wirksam ist. Prüfe die aufgedruckte Legende und die Anleitung des genauen Modells. Eine Leiste mit als ausgefallen gekennzeichneter Schutzfunktion sollte ersetzt werden, wenn sie gerade wegen dieses Schutzes eingesetzt wird.
Nur eine Buchse funktioniert nicht
Bleiben einzelne Steckplätze tot, während andere Strom liefern, spricht das eher für einen Defekt innerhalb der Leiste als für die Wandsteckdose. Bestätige das Ergebnis mit demselben Testgerät an mehreren Buchsen. So schließt du aus, dass stattdessen ein Netzteil oder dessen Stecker die Ursache ist.
Eine Buchse mit lockerem Kontakt, Knistern, Funkenbildung oder ungewöhnlichem Widerstand beim Einstecken darf nicht weiterverwendet werden. Auch das Abkleben der betroffenen Buchse macht eine beschädigte Leiste nicht zuverlässig sicher. Da stromführende Schienen innerhalb des Gehäuses gemeinsam verlaufen können, sollte die gesamte Steckdosenleiste ersetzt werden.
Diese Anzeichen verlangen den sofortigen Austausch
Weitere Tests sind nicht sinnvoll, sobald Hinweise auf thermische oder mechanische Schäden auftreten. Ziehe den Stecker nur dann, wenn du ihn sicher erreichen kannst und Stecker sowie Steckdose nicht heiß oder sichtbar beschädigt sind. Schalte im Zweifel zuerst den betroffenen Stromkreis am Sicherungskasten ab.
- Brandgeruch, Rauch, Knistern oder sichtbare Funken
- geschmolzene Stellen, braune Verfärbungen oder ein verformtes Gehäuse
- ein angeschnittenes, gequetschtes oder freiliegendes Kabel
- ein lockerer Netzstecker oder lose Buchsenkontakte
- erneutes Abschalten unmittelbar nach dem Zurücksetzen ohne angeschlossene Geräte
- Feuchtigkeit im Gehäuse oder Betrieb in einer dafür nicht geeigneten nassen Umgebung
Eine Steckdosenleiste ist kein sinnvolles Objekt für improvisierte Reparaturen mit Klebeband, Lüsterklemmen oder einem ausgetauschten Schalter unbekannter Eignung. Nach bestandener Prüfung sollten Geräte einzeln wieder angeschlossen werden. So lässt sich erkennen, ob die Leiste stabil arbeitet oder ein bestimmter Verbraucher den Schutz erneut auslöst. Bleibt sie schon im unbelasteten Zustand ohne Funktion, ist der Austausch der richtige nächste Schritt.