Was bedeutet die Abkürzung „POV“ in sozialen Medien?​

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 13. Mai 2026 08:03

POV ist die Abkürzung für den englischen Begriff „point of view“, auf Deutsch „Blickwinkel“ oder „Sichtweise“. In sozialen Netzwerken beschreibt POV meist, aus welcher Perspektive ein Beitrag erzählt oder gefilmt wird – oft so, als würdest du selbst in der Situation stecken.

In Kurzvideos, Kommentaren oder Memes zeigt der POV-Hinweis, welche Rolle du als Zuschauer gedanklich einnimmst. Dadurch wird schnell klar, wie ein Inhalt gemeint ist, ohne lange Erklärungen zu brauchen.

POV – Grundbedeutung und Übersetzung

Die Grundbedeutung von POV ist simpel, aber im Netz sehr vielseitig geworden. Ursprünglich steht „point of view“ einfach für den Standpunkt, aus dem jemand etwas wahrnimmt oder erzählt. Im Alltag kann das die persönliche Meinung sein, in Medien aber auch der Kamerawinkel oder die Erzählerperspektive.

In sozialen Medien hat sich daraus eine Art Kürzel entwickelt, mit dem Nutzer markieren, aus welcher Rolle ein Beitrag gedacht ist. Steht vor einem Satz oder Video „POV“, sollst du als Betrachter in diese Rolle schlüpfen. Der Inhalt funktioniert dann wie eine kleine Szene, die in deinem Kopf aus der Ich-Perspektive abgespielt wird.

Wie POV in TikTok, Instagram & Co. genutzt wird

Auf Plattformen wie TikTok, Instagram-Reels, YouTube Shorts oder Snapchat taucht POV ständig auf, meist im Videotitel oder im eingeblendeten Text. Der Hinweis signalisiert, wie du die Szene verstehen sollst. Häufig wird so ein emotionaler Moment, ein Witz oder eine peinliche Alltagssituation stärker erlebbar gemacht.

Typisch ist, dass die Kamera so positioniert wird, als wären deine eigenen Augen die Linse. Die handelnden Personen im Video sprechen dann direkt in die Kamera, also so, als würden sie mit dir reden. Ergänzend steht im Text zum Beispiel „POV: Du kommst zu spät in den Unterricht“ oder „POV: Dein Chef ruft dich ins Büro“.

Unterschied: POV als Meinung vs. POV als Perspektive

POV kann sich in Online-Diskussionen sowohl auf eine persönliche Meinung als auch auf eine erzählerische Perspektive beziehen. In Kommentaren, Foren oder bei Textposts nutzen Menschen POV häufig so, wie man es aus der klassischen Bedeutung kennt: „From my POV“ meint dann „aus meiner Sicht“ oder „meiner Meinung nach“.

Bei Memes und Kurzvideos überwiegt hingegen der erzählerische Einsatz. Dort geht es weniger um eine Diskussion, sondern darum, dich als Zuschauer in eine Situation hineinzuziehen. Entscheidend ist also der Kontext: Steht POV vor einer Aussage, wirkt es wie „meine Sichtweise“. Steht es vor einer beschriebenen Situation oder Szenenüberschrift, ist fast immer die Perspektive gemeint, in die du dich hineinversetzen sollst.

Typische Formen von POV-Content

POV-Inhalte haben sich zu einem eigenen Format entwickelt, das auf vielen Plattformen immer wieder neu interpretiert wird. Einige typische Varianten tauchen besonders häufig auf und helfen dir zu erkennen, was gemeint ist.

Anleitung
1Schau auf den Titel oder eingeblendeten Text: Steht dort „POV“ plus eine beschriebene Rolle oder Situation?
2Achte auf die Kameraposition: Nimmst du die Sicht einer Person ein, statt sie von außen zu beobachten?
3Reagieren Figuren im Video direkt auf die Kamera, als wärst du gemeint?
4Fühlt sich die Szene so an, als wärst du in der dargestellten Lage?

Im Alltag der sozialen Medien begegnen dir vor allem diese Formen:

  • POV-Videos, in denen du die Kamera-Perspektive einer Figur einnimmst.
  • POV-Memes, bei denen ein Bild mit Text beschreibt, was „du“ in der Szene erlebst.
  • POV-Kommentare, in denen jemand seine eigene Sicht auf ein Thema kennzeichnet.
  • POV-Stories, die wie kleine Rollenspiele funktionieren und dich in eine Rolle versetzen.

Je nachdem, welches Format verwendet wird, ändert sich die Wirkung deutlich. Ein und dieselbe Situation kann als lustige Szene, als ernste Erfahrung oder als Kritik inszeniert sein – der POV-Hinweis zeigt dir, wo du dich gedanklich einordnen sollst.

POV in Videos: Du siehst mit „deinen“ Augen

In Videoformaten markiert POV fast immer eine Ich-Perspektive. Die Kamera ersetzt deine Augen, und alle anderen Figuren im Video reagieren so, als wärst du direkt anwesend. So entsteht ein sehr unmittelbares Gefühl, das gerade in Kurzvideos gut funktioniert.

Wer solche POV-Clips erstellt, arbeitet oft mit typischen Mitteln: Die Kamera ist auf Augenhöhe, Personen sprechen direkt in die Linse, und der Text beschreibt deine Rolle. Dadurch reicht schon eine sehr kurze Szene, um eine Situation verständlich zu machen.

Wenn du beim Anschauen testen möchtest, ob etwas ein POV-Clip ist, hilft eine kleine Abfolge:

  1. Schau auf den Titel oder eingeblendeten Text: Steht dort „POV“ plus eine beschriebene Rolle oder Situation?
  2. Achte auf die Kameraposition: Nimmst du die Sicht einer Person ein, statt sie von außen zu beobachten?
  3. Reagieren Figuren im Video direkt auf die Kamera, als wärst du gemeint?
  4. Fühlt sich die Szene so an, als wärst du in der dargestellten Lage?

Wenn du mehrere dieser Punkte mit Ja beantworten kannst, ist sehr wahrscheinlich ein POV-Video gemeint, das dich bewusst in die Situation hineinzieht.

POV in Texten, Memes und Kommentaren

Abseits von Videos taucht POV in reinen Textformaten und Bildern sehr häufig auf. Dort ersetzt der Hinweis die ausführliche Erklärung, wie ein Beitrag gelesen werden soll. Eine einfache Textzeile mit „POV“ kann bereits eine komplette Szene im Kopf des Lesers auslösen.

Bei Memes wird häufig ein Bild mit einem kurzen POV-Satz kombiniert. Das Bild liefert den Rahmen, der Text sagt dir, wer du in der Szene bist. In Kommentarspalten nutzen Nutzer POV als Markierung, dass jetzt eine persönliche Sicht folgt und keine vermeintlich neutrale Information.

Typische Textformen sind zum Beispiel:

  • „POV: Du hast vergessen, deine Hausaufgaben zu machen.“
  • „POV: Jemand liest deine Nachrichten und antwortet tagelang nicht.“
  • „From my POV ist das Feature total überbewertet.“

In all diesen Fällen macht der Hinweis deutlich, dass du dir eine Situation ausmalen oder eine Meinung als individuellen Standpunkt lesen sollst. Das spart viele erklärende Sätze und passt gut zum schnellen Kommunikationsstil der Plattformen.

Warum so viele Nutzer POV verwenden

POV hat sich so verbreitet, weil die Abkürzung mehrere Bedürfnisse gleichzeitig bedient. Sie ermöglicht es, mit sehr wenig Text eine starke Identifikation herzustellen. Anstatt lang zu erklären, wie sich eine Situation aus Sicht einer bestimmten Person anfühlt, reicht ein kurzer Vorspann, und dein Kopf ergänzt den Rest.

Dazu kommt, dass soziale Medien sehr auf Kürze und Tempo ausgelegt sind. Ein einfaches Kürzel, das sofort signalisiert „So sollst du das lesen oder sehen“, passt hervorragend in Feeds voller Kurzvideos und knapper Bildunterschriften. Wer POV verwendet, spart Platz, schafft aber trotzdem eine klare Erzählperspektive.

Alltagsszenen, die mit POV besonders gut funktionieren

Viele virale Inhalte rund um POV drehen sich um sehr alltägliche Situationen. Je alltäglicher eine Szene, desto leichter können sich viele Menschen darin wiederfinden. Genau das ist die Grundlage dafür, dass solche Beiträge oft viele Reaktionen bekommen.

Typische Alltagsszenen, die häufig in POV-Form erscheinen, sind zum Beispiel:

  • Der Moment, in dem du zu einem unangenehmen Gespräch gebeten wirst.
  • Dein erster Tag in einem neuen Job oder in einer neuen Klasse.
  • Ein peinlicher Zwischenfall in der Bahn oder im Supermarkt.
  • Eine sehr typische Eltern-Kind-Situation, etwa Streit um Bildschirmzeit oder Hausaufgaben.
  • Der Augenblick, in dem eine Nachricht deine komplette Laune verändert.

Beim Scrollen erkennst du solche Beiträge oft daran, dass du dich spontan ertappt oder verstanden fühlst. Die Kombination aus POV-Hinweis und Alltagsszene führt dazu, dass du innerlich sagst: „Genau so fühlt sich das an.“

POV und Humor: Warum das so gut zusammenpasst

Viele Nutzer verbinden POV inzwischen automatisch mit lustigen oder ironischen Inhalten. Das liegt daran, dass die Ich-Perspektive sich bestens eignet, um kleine Übertreibungen oder unangenehme Momente darzustellen, ohne jemanden direkt bloßzustellen.

Wer solche Clips erstellt, überzieht typische Situationen ein wenig und macht sie dadurch komisch. Du erkennst das Muster, weißt aber, dass es leicht überspitzt ist. Genau diese Mischung aus Wiedererkennungswert und Überzeichnung sorgt dafür, dass Menschen Inhalte teilen, speichern oder mit Freunden teilen.

POV in ernsten und emotionalen Beiträgen

POV wird nicht nur für leichte oder witzige Inhalte genutzt. Viele Accounts setzen die Perspektive bewusst ein, um sensible Themen anzusprechen, etwa Mobbing, Diskriminierung, Trennungssituationen oder psychische Belastungen. Aus der Ich-Perspektive wirken solche Inhalte oft unmittelbarer und greifbarer.

In emotionalen Beiträgen hilft der POV-Hinweis, sich für ein paar Sekunden in eine Lage hineinzuversetzen, die man selbst vielleicht nie erlebt hat. Das kann Verständnis fördern, aber auch Betroffene finden sich darin häufig wieder. Entscheidend ist hier ein respektvoller Umgang: Wer solche Themen aufgreift, sollte keine Leiden dramatisieren, nur um Reichweite zu erzielen.

Was bedeutet POV in Diskussionen und Debatten?

In textbasierten Debatten – etwa unter Posts, in Foren oder in Direct Messages – wird POV oft verwendet, um klarzumachen, dass eine Aussage eine persönliche Sicht ist und kein allgemeingültiger Fakt. Formulierungen wie „aus meinem POV“ oder „mein POV dazu“ signalisieren, dass jemand seine eigene Wahrnehmung beschreibt.

Wenn du solche Formulierungen liest, hilft das beim Einordnen: Die Person beansprucht nicht, die einzige Wahrheit zu kennen, sondern berichtet aus ihrer Perspektive. Dadurch lassen sich Diskussionen häufig entspannen, weil klar ist, dass mehrere POVs nebeneinander stehen können, ohne sich gegenseitig auszuschließen.

Missverständnisse: Wann du bei POV genauer hinsehen solltest

Weil POV so häufig genutzt wird, kommt es leicht zu Missverständnissen, besonders wenn man die Abkürzung nur aus einem Kontext kennt. Manche Nutzer glauben etwa, dass POV immer ein Videoformat zwingend voraussetzt, obwohl auch reine Textposts damit beginnen können.

Ein verbreiteter Irrtum entsteht auch, wenn Leute davon ausgehen, dass POV automatisch ironisch oder humorvoll gemeint sein muss. Es gibt aber viele ernste, informierende oder nachdenkliche Beiträge, die ebenfalls als POV markiert sind. Lies deshalb immer den gesamten Beitrag und achte auf Tonfall, Bildsprache und Kommentare, bevor du dir sicher bist, wie etwas gemeint ist.

So erkennst du, wie POV in einem Beitrag gemeint ist

Um schnell zu verstehen, was mit einem POV-Post genau ausgedrückt werden soll, lohnt es sich, Schritt für Schritt auf ein paar Anhaltspunkte zu achten. Eine kleine gedankliche Routine hilft dir, den Kontext richtig zu erfassen.

  1. Schau auf das Format: Handelt es sich um ein Video, ein Bild, einen Text oder einen Kommentar?
  2. Lies den ersten Satz: Beschreibt er eine Rolle oder Situation („Du kommst in den Raum…“) oder eine Meinung („meine Sicht darauf ist…“)?
  3. Achte auf die Bildsprache: Ist die Kamera aus der Ich-Perspektive geführt oder beobachtest du von außen?
  4. Orientiere dich an Emojis, Tonfall und Reaktionen in den Kommentaren: Geht es eher humorvoll, ernst, kritisch oder nachdenklich zu?
  5. Prüfe, ob weitere Hinweise stehen, etwa „my POV“ oder „from your POV“, die genauer angeben, wessen Sicht beschrieben wird.

Wenn du dir diese Fragen kurz stellst, kannst du in den meisten Fällen innerhalb weniger Sekunden einordnen, was gemeint ist und wie der Beitrag auf dich wirken soll.

Wie du selbst POV in deinen Beiträgen einsetzen kannst

Wer eigene Inhalte postet, kann mit POV schnell mehr Nähe und Verständlichkeit erzeugen. Damit das funktioniert, braucht es ein paar bewusste Entscheidungen: Welche Rolle soll der Zuschauer einnehmen, welche Emotion willst du auslösen, und wie viel Information braucht es dafür wirklich?

Es lohnt sich, vor einem Video oder Text kurz zu überlegen, aus welcher Sicht du erzählen möchtest. Stell dir vor, du würdest einem Freund eine Situation schildern und überlegen, wo er selbst in dieser Szene steht. Genau diese Position kannst du dann als POV sichtbar machen.

Beim Erstellen hilft dir folgende Abfolge:

  1. Leg fest, wer „du“ im Beitrag bist: Zuschauer, beteiligte Person, Außenstehender oder jemand in Verantwortung.
  2. Formuliere einen kurzen Satz, der die Situation beschreibt („POV: Du bist…“, „POV: Dir passiert…“).
  3. Richte Kamera oder Text so aus, dass sich der Leser oder Zuschauer in diese Rolle hineinversetzen kann.
  4. Teste den Beitrag vorab mit Freunden: Verstehen sie spontan, wer sie in der Szene sein sollen?

Je klarer du diese Punkte vorher klärst, desto leichter wird dein Publikum die Perspektive erkennen und darauf reagieren.

Gestaltung: Worauf du bei POV-Videos technisch achten solltest

Damit ein POV-Clip seine Wirkung entfaltet, spielt neben der Idee auch die technische Umsetzung eine Rolle. Schon einfache Anpassungen bei Kamerawinkel, Ton und Schnitt können den Eindruck verstärken, in der Szene selbst zu stehen.

Viele Creator arbeiten mit der Frontkamera ihres Smartphones, halten es auf Augenhöhe und vermeiden zu extreme Bewegungen, damit Zuschauer nicht irritiert werden. Oft werden Untertitel oder kurze Texteinblendungen genutzt, um sofort klarzumachen, in welcher Rolle sich der Betrachter befindet.

Typische technische Kniffe sind zum Beispiel:

  • Stabile Kameraführung in Augenhöhe, um eine natürliche Sicht zu simulieren.
  • Leicht nach vorne geneigter Winkel, als würdest du wirklich im Raum stehen.
  • Direkter Blick in die Kamera, wenn andere Figuren zu „dir“ sprechen.
  • Gezielte Schnitte, die zeigen, wohin du angeblich schaust (Tür, Bildschirm, andere Personen).
  • Untertitel mit kurzer Rollenbeschreibung („du bist der Neue“, „du hast verschlafen“, „du bist der Chef“).

Solche Details sorgen dafür, dass Zuschauer nicht lange rätseln müssen, wer sie im Video sein sollen. Die Hürde, sich auf die Szene einzulassen, wird dadurch deutlich kleiner.

Abgrenzung zu anderen Internetabkürzungen

POV wird oft zusammen mit anderen Online-Kürzeln genannt, die einen Beitrag einordnen. Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es hilfreich, die typischen Nachbarn dieser Abkürzung zu kennen und unterscheiden zu können.

Einige häufig verwendete Begriffe im Umfeld von POV sind zum Beispiel:

  • POV vs. IMO/IMHO: Während POV den Blickwinkel beschreibt, markieren „IMO“ (in my opinion) und „IMHO“ (in my humble opinion) klar, dass es um eine persönliche Meinung geht.
  • POV vs. FYP: „FYP“ (for you page) bezieht sich auf die Startseite, auf der dir Videos vorgeschlagen werden. Es hat nichts mit Perspektive zu tun, sondern zeigt, dass jemand hofft, im Empfehlungssystem zu landen.
  • POV vs. RP: „RP“ (roleplay) wird bei klaren Rollenspielen genutzt. POV und RP überschneiden sich, aber RP deutet eher auf ausgedehnte Rollenspiel-Szenen hin.

Wenn du dir beim Lesen eines Beitrags unsicher bist, hilft oft schon der Blick auf die übrigen Kürzel und Hashtags. In Kombination ergeben sie meist ein recht klares Bild davon, was die Ersteller transportieren wollen.

Wann solltest du POV lieber nicht verwenden?

Auch wenn POV beliebt ist, gibt es Situationen, in denen ein anderer Stil besser passt. Das gilt vor allem dann, wenn Missverständnisse weitreichende Folgen haben könnten, etwa bei ernsten Informationen, offiziellen Mitteilungen oder geschäftlichen Inhalten.

Wenn du zum Beispiel Unternehmensnews, rechtliche Hinweise oder sicherheitsrelevante Informationen teilst, ist eine klare, sachliche Darstellung sinnvoller als eine Ich-Perspektive ausgedacht aus Sicht des Lesers. In solchen Fällen kann ein POV-Stil den Eindruck erwecken, die Inhalte seien übertrieben, ironisch oder nicht zuverlässig.

Auch bei sehr sensiblen persönlichen Themen lohnt sich ein prüfender Blick: Wird die Perspektive respektvoll dargestellt, oder könnte sich jemand dadurch verspottet fühlen? Wenn du Zweifel hast, ist ein neutraler Erzählstil oft die bessere Wahl.

Wie Eltern und Lehrkräfte POV erklären können

Wer mit Kindern oder Jugendlichen zu tun hat, stößt immer wieder auf Begriffe aus der Online-Welt, die auf den ersten Blick fremd wirken. POV gehört zu den Ausdrücken, die in jugendlichen Chats und Feeds sehr verbreitet sind und oft ohne Erklärung vorausgesetzt werden.

Um den Begriff verständlich zu machen, hilft ein Vergleich mit Film oder Literatur. Man kann etwa sagen: „Das ist die Sicht der Figur, aus deren Augen du die Geschichte erlebst.“ Sobald dieser Vergleich sitzt, verstehen viele junge Nutzer schnell, warum in Videos, Memes oder Chats so oft diese Abkürzung steht.

Im Gespräch lässt sich gut anknüpfen, indem man Kinder fragt, welche POV-Clips ihnen begegnen, wie sie darauf reagieren und wo sie selbst so etwas posten würden. So entsteht Austausch auf Augenhöhe, ohne die Online-Gewohnheiten pauschal zu bewerten.

Erste Schritte, um sich im POV-Dschungel sicher zu fühlen

Wer sich anfangs unsicher fühlt, weil plötzlich überall POV auftaucht, kann mit kleinen Schritten mehr Routine gewinnen. Es hilft, einige Beiträge bewusst zu beobachten, statt nur durchzuscrollen, und sich dabei ein paar Fragen zu stellen.

Ein sinnvoller Einstieg kann so aussehen:

  1. Suche dir auf einer Plattform deiner Wahl den Hashtag oder Suchbegriff mit „POV“ und öffne einige Beiträge nacheinander.
  2. Notiere dir für ein bis zwei Minuten, wer du im jeweiligen Beitrag sein sollst und ob das sofort erkennbar war.
  3. Achte darauf, welche Inhalte witzig, welche ernst, welche eher nachdenklich angelegt sind.
  4. Vergleiche, wie unterschiedliche Creator die Technik nutzen: Kamera, Text, Musik, Mimik.
  5. Überlege, welche Elemente dir helfen, den POV schnell zu verstehen, und welche dich eher verwirren.

Nach ein paar solchen Beobachtungsrunden fühlst du dich meist deutlich sicherer, wenn dir das Kürzel im Alltag begegnet. Gleichzeitig bekommst du ein gutes Gespür dafür, wie sehr die Wirkung von Details in Perspektive und Darstellung abhängt.

FAQ zu POV in sozialen Medien

Was bedeutet POV in sozialen Netzwerken genau?

POV steht für Point of View und beschreibt entweder eine Ich-Perspektive in Inhalten oder eine klar gekennzeichnete persönliche Sichtweise. In Videos oder Memes versetzt dich die Szene in die Rolle einer bestimmten Person, während in Diskussionen damit eine eigene Meinung markiert wird.

Wie erkenne ich, ob POV eine Perspektive oder eine Meinung meint?

Schau dir an, wie der Beitrag aufgebaut ist. Stehst du bildlich selbst im Mittelpunkt der Situation, geht es um eine Perspektive, während bei Streitgesprächen, Kommentaren oder Threads meist die persönliche Haltung betont wird.

Muss ich POV immer auf Englisch verstehen oder gibt es eine deutsche Entsprechung?

POV bleibt als Kürzel englisch, wird aber im deutschen Sprachraum ganz selbstverständlich genutzt. Gedanklich kannst du es mit Ich-Perspektive, Sichtweise oder Standpunkt übersetzen.

Ist POV in Chats mit Freunden sinnvoll oder eher albern?

In privaten Chats kann POV Gespräche auflockern und Situationen überspitzt darstellen. Entscheidend ist, ob dein Gegenüber den Begriff kennt und euren Humor teilt.

Darf ich POV auch bei ernsten Themen wie Mobbing oder Mental Health nutzen?

Ja, viele Creator verwenden die Ich-Perspektive, um belastende Erlebnisse verständlicher und nahbarer zu machen. Achte dabei auf respektvolle Darstellung und überlege, ob Betroffene sich dadurch ernst genommen fühlen.

Wie kann ich POV in meinen eigenen Videos Schritt für Schritt einsetzen?

Überlege zuerst, in wessen Rolle dein Publikum schlüpfen soll, etwa Schüler, Elternteil oder Kunde. Richte dann Kamera oder Smartphone so aus, als wären sie die Augen dieser Person, und arbeite mit kurzen, klaren Szenen, die eine typische Situation zeigen.

Welche typischen Fehler sollte ich bei POV-Posts vermeiden?

Vermeide verwirrende Perspektivwechsel, beleidigende Stereotype und Szenen, die ohne Erklärung missverstanden werden können. Nutze gegebenenfalls kurze Einblendungen oder Bildunterschriften, damit der Kontext eindeutig bleibt.

Unterscheidet sich die POV-Nutzung auf TikTok, Instagram und YouTube Shorts?

Der Grundgedanke bleibt auf allen Plattformen gleich, aber der Stil variiert leicht. Auf TikTok dominieren schnelle Sketche, auf Instagram häufig Reels mit Untertiteln, während YouTube Shorts häufiger kleine Storys mit mehr Schnittarbeit zeigen.

Wie erkläre ich Kindern und Jugendlichen die Bedeutung von POV verständlich?

Nutze Beispiele aus ihrem Alltag, etwa eine Szene aus der Schule oder vom Gaming, und zeige, wie sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln wirkt. Erkläre, dass mit dem Kürzel kenntlich gemacht wird, aus wessen Rolle oder mit welcher Meinung gesprochen wird.

Kann ich ältere Beiträge nachträglich mit POV kennzeichnen?

Das ist möglich und oft hilfreich, wenn die Perspektive sonst unklar bleibt. Passe einfach Überschrift oder Beschreibung an, damit Follower sofort sehen, dass eine Ich-Sicht oder persönliche Haltung im Mittelpunkt steht.

Fazit

POV macht für alle schnell erkennbar, aus welcher Rolle oder mit welcher Haltung ein Beitrag gestaltet wurde. Wer die Abkürzung versteht und bewusst einsetzt, kann humorvolle, emotionale oder nachdenkliche Inhalte deutlich wirkungsvoller erzählen. Achte dabei immer auf Klarheit, Respekt und eine Perspektive, die zu deinem Inhalt und deinem Publikum passt.

Checkliste
  • POV-Videos, in denen du die Kamera-Perspektive einer Figur einnimmst.
  • POV-Memes, bei denen ein Bild mit Text beschreibt, was „du“ in der Szene erlebst.
  • POV-Kommentare, in denen jemand seine eigene Sicht auf ein Thema kennzeichnet.
  • POV-Stories, die wie kleine Rollenspiele funktionieren und dich in eine Rolle versetzen.


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