Die Meldung „Boot Device Not Found“ bedeutet, dass der PC kein Laufwerk mit einem startfähigen Betriebssystem findet. Häufig sind eine falsche Startreihenfolge, ein nicht erkanntes Systemlaufwerk oder beschädigte Startdaten verantwortlich. Entferne zuerst externe Speichermedien und starte den PC neu; bleibt die Meldung bestehen, prüfst du im BIOS beziehungsweise UEFI, ob die interne SSD oder Festplatte überhaupt erkannt wird.
Die wichtigste Unterscheidung lautet: Ist das Systemlaufwerk sichtbar oder fehlt es vollständig? Ein erkanntes Laufwerk spricht eher für eine falsche Starteinstellung oder beschädigte Bootdaten. Fehlt es im BIOS oder UEFI, liegt wahrscheinlich ein Anschluss-, Stromversorgungs- oder Laufwerksproblem vor.
Zuerst externe Datenträger als Ursache ausschließen
Ein USB-Stick, eine externe Festplatte, eine Speicherkarte oder sogar ein angeschlossenes Dock kann die Startreihenfolge beeinflussen. Der PC versucht dann möglicherweise, von einem Medium ohne Betriebssystem zu starten, und meldet, dass kein Boot-Gerät gefunden wurde.
- Schalte den PC vollständig aus.
- Trenne USB-Sticks, externe Laufwerke, Speicherkarten und nicht benötigte USB-Docks.
- Lasse nur Bildschirm, Tastatur und Maus angeschlossen.
- Schalte den PC wieder ein.
Startet Windows nun normal, war entweder ein externes Medium als Startziel eingetragen oder dessen Erkennung hat den Startvorgang gestört. Bleibt der Fehler bestehen, ist der nächste aussagekräftige Test die Laufwerkserkennung im BIOS oder UEFI.
Wird die SSD oder Festplatte im BIOS beziehungsweise UEFI erkannt?
Das BIOS beziehungsweise UEFI verwaltet die grundlegende Hardwareerkennung und bestimmt, von welchem Gerät der PC startet. Der Aufruf erfolgt meist direkt nach dem Einschalten über eine herstellerabhängige Taste wie Entf, F2, F10 oder Esc. Die passende Taste wird mitunter kurz auf dem Startbildschirm angezeigt und steht außerdem im Gerätehandbuch.
Suche dort nach Bereichen wie „Storage“, „System Information“, „NVMe Configuration“, „SATA Information“ oder „Boot“. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Mainboard und PC-Hersteller. Ändere zunächst nichts, sondern prüfe nur, ob die interne SSD oder Festplatte mit Modellbezeichnung oder Speicherkapazität erscheint.
- Laufwerk wird erkannt: Prüfe als Nächstes die Startreihenfolge und den Eintrag „Windows Boot Manager“.
- Laufwerk wird nicht erkannt: Eine Windows-Reparatur kann nicht helfen, solange bereits die Firmware das Laufwerk nicht sieht.
- Laufwerk erscheint nur zeitweise: Das deutet eher auf einen lockeren Anschluss, ein Versorgungsproblem oder ein ausfallendes Laufwerk hin.
Bei einem Notebook solltest du das Gehäuse nicht allein zur Kontrolle öffnen, wenn dies laut Hersteller nicht für Nutzer vorgesehen ist. Bei einem Desktop-PC dürfen Steckverbindungen nur im ausgeschalteten, vom Stromnetz getrennten Zustand geprüft werden. Wer mit internen Komponenten nicht vertraut ist, lässt diese Kontrolle besser von einer Fachwerkstatt durchführen.
Erkanntes Laufwerk, aber falsches Startziel
Ist die System-SSD sichtbar, kann die Firmware trotzdem von einem anderen Gerät starten wollen. Im Menü „Boot“, „Boot Priority“ oder „Boot Order“ sollte bei einer üblichen Windows-Installation der „Windows Boot Manager“ des richtigen Laufwerks an erster Stelle stehen. Die bloße Modellbezeichnung der SSD ist nicht in jeder UEFI-Konfiguration der passende Eintrag.
Wähle den vorhandenen Windows Boot Manager als erstes Startziel, speichere die Änderung über die im Menü angegebene Funktion und starte neu. Wenn mehrere Laufwerke eingebaut sind, achte darauf, den Eintrag der tatsächlichen System-SSD zu verwenden.
Ändere den Bootmodus nicht versuchsweise zwischen UEFI und Legacy beziehungsweise CSM. Ein Betriebssystem, das im UEFI-Modus eingerichtet wurde, startet unter einer unpassenden Legacy-Einstellung möglicherweise nicht. Trat der Fehler unmittelbar nach einer BIOS-Rücksetzung, einem Firmware-Update oder dem Austausch der Mainboard-Batterie auf, sind zurückgesetzte Starteinstellungen besonders wahrscheinlich. Stelle dann nur die zuvor verwendete, nachvollziehbare Konfiguration wieder her.
Was die Beobachtungen über die Ursache verraten
Der Zeitpunkt und das Verhalten vor dem Fehler grenzen die Ursache stärker ein als die Meldung allein:
- Fehler nach angeschlossenem USB-Laufwerk: Wahrscheinlich wurde das falsche Startmedium gewählt. Entfernen und Bootreihenfolge prüfen.
- Fehler nach BIOS-Reset oder Firmware-Änderung: Bootreihenfolge oder Bootmodus können zurückgesetzt worden sein.
- Systemlaufwerk fehlt im BIOS oder UEFI: Verbindung, Stromversorgung oder Laufwerk selbst kommen als Ursache infrage.
- Laufwerk wird erkannt und Windows Boot Manager ist vorhanden: Beschädigte Startdateien oder eine gestörte Systempartition sind möglich.
- Ungewöhnliche Geräusche bei einer mechanischen Festplatte: Nicht immer wieder starten. Wiederholte Zugriffe können bei einem mechanischen Schaden die Datenrettung erschweren.
Bei einer SSD gibt es keine mechanischen Geräusche als Warnzeichen. Sie kann ausfallen, ohne zuvor hörbare Hinweise zu liefern. Eine zeitweise Erkennung oder wiederkehrende Lesefehler sind auch hier ein Grund, die Datensicherung höher zu priorisieren als weitere Reparaturversuche.
Startdaten reparieren, wenn das Laufwerk erkannt wird
Eine Startreparatur ist sinnvoll, wenn die interne SSD oder Festplatte zuverlässig erkannt wird, die richtige Startoption gewählt ist und Windows dennoch nicht lädt. Verwende dazu die Windows-Wiederherstellungsumgebung oder ein passendes Windows-Installationsmedium.
- Öffne die Windows-Wiederherstellungsumgebung. Falls sie nicht automatisch erscheint, starte den PC von einem passenden Windows-Installationsmedium.
- Wähle die Computerreparaturoptionen und danach die Problembehandlung.
- Öffne die erweiterten Optionen.
- Starte die Starthilfe beziehungsweise Startreparatur.
- Lasse den Vorgang vollständig durchlaufen und prüfe nach dem Neustart, ob Windows wieder lädt.
Die automatische Reparatur verändert Systemstartdaten und kann nicht jeden Fehler beheben. Eine Neuinstallation ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht der richtige Standardschritt, weil sie vorhandene Daten gefährden kann und ein Hardwareproblem nicht löst.
Ist das Windows-Laufwerk mit BitLocker verschlüsselt, kann die Wiederherstellungsumgebung den BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel verlangen. Halte den zu diesem PC gehörenden Schlüssel bereit. Ohne ihn solltest du keine Maßnahmen durchführen, die Partitionen löschen, formatieren oder die Verschlüsselung umgehen sollen.
Wann ein Hardwareproblem wahrscheinlicher wird
Ein Defekt oder Verbindungsfehler rückt in den Vordergrund, wenn das Laufwerk im BIOS beziehungsweise UEFI fehlt, nur gelegentlich erscheint oder auch an einem geeigneten anderen Anschluss nicht stabil erkannt wird. Bei Desktop-PCs können ein lockeres SATA-Datenkabel, ein nicht korrekt sitzender Stromstecker oder eine schlecht eingesetzte M.2-SSD mögliche Ursachen sein. Welche Bauart vorhanden ist, hängt vom PC ab.
Öffne den Rechner nicht bei laufendem Betrieb. Trenne einen Desktop-PC vom Stromnetz und beachte die Herstellervorgaben. Netzteile dürfen nicht geöffnet werden. Bei Notebooks mit internem Akku, schwer zugänglicher SSD oder bestehender Garantie ist eine Fachwerkstatt meist der vernünftigere Weg.
Wenn wichtige Daten nur auf dem betroffenen Laufwerk liegen, sollte die Diagnose nicht aus zahlreichen Schreib-, Reparatur- und Neuinstallationsversuchen bestehen. Ein Fachbetrieb kann zunächst beurteilen, ob eine normale Datensicherung noch möglich ist oder eine spezialisierte Datenrettung nötig wird.
Die passende Entscheidung nach dem Minimaltest
- Der PC startet ohne externe Datenträger: Entferne das problematische Medium beim Start oder korrigiere die Bootreihenfolge.
- Das Systemlaufwerk wird erkannt, aber der Windows Boot Manager ist nicht zuerst gewählt: Korrigiere ausschließlich das Startziel und teste erneut.
- Laufwerk und Windows Boot Manager sind sichtbar, Windows startet dennoch nicht: Nutze die Windows-Startreparatur.
- Das Laufwerk fehlt oder verschwindet zeitweise: Beende Software-Reparaturversuche und lasse Anschluss sowie Laufwerk prüfen.
- Wichtige Daten sind nicht gesichert: Vermeide Formatierung, Zurücksetzen und Neuinstallation, bis die Datenlage geklärt ist.
Die Fehlermeldung bezeichnet somit nicht automatisch eine defekte Festplatte. Sie sagt zunächst nur, dass die Firmware kein nutzbares Startziel gefunden hat. Ob eine Einstellung, beschädigte Startdaten oder die Hardware verantwortlich sind, lässt sich am zuverlässigsten über die Laufwerkserkennung im BIOS beziehungsweise UEFI unterscheiden.